Domcapitel

Domcapitel

Domcapitel, das Capitel einer bischöflichen oder erzbischöflichen Kirche, welches mit dem Bischof oder Erzbischof an der Spitze das Domstift bildet. Außer den Dom- oder Stiftsherren oder Canonikern gehörten als Dignitare zum D. der Propst (praepositus capituli, Capitelsvorstand) und der Dekan, als Dignitare oder mit Personat (Ehrenwürde) der Chordirector, Scholaster (Vorstand der Domschule), der Kirchenschatzmeister, Custos, Wirthschafter u.s.f., gewöhnlich auch ein Theologus und Pönitentiar. Heutzutage bestehen die 4 ersten Capitelswürden nur noch in Oesterreich; in Preußen und Bayern gibt es nur noch Propste und Dekane, in Hannover und in der oberrhein. Kirchenprovinz nur Dekane, wobei die übrigen Würden dem Namen und wohl auch den Geschäften nach fortbestehen. Im Mittelalter waren die Domcapitularen die obersten Räthe und Wahlherrn der Fürstbischöfe, jetzt sind sie gewöhnlich Mitglieder des Ordinariates, des stehenden Senates der Bischöfe und Erzbischöfe, an deren Rath od. Einwilligung letztere in gewissen, vom canon. Recht näher bestimmten Fällen gebunden sind. Die Gestaltung des D.s ist übrigens seit 1803 sehr verschiedenartig geworden. Im Allgemeinen überwacht es mit dem Bischof Lehre, Sitten u. Disciplin der Diöcese, hält den Gottesdienst an der Kathedrale oder Metropole als Mustergottesdienst aufrecht und wählt nach dem Ableben des Bischofs oder Erzbischofssede vacante – einen Capitular-Vikar oder Bisthumsverweser, welcher den Sprengel bis zur Besetzung des Stuhles verwaltet. – Domvicar oder Dompräbendar heißt der Stellvertreter eines Domherrn für Gottes dienst und Seelsorge.


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  • Domcapitel — Domcapitel, das Collegium der Chorherren (s. Canonici) an einer bischöflichen od. erzbischöflichen Kirche, bestehend aus dem Dompropst (s. Propst), Domdechant (s. Decan), Domcustos (s. Custos), Domscholaster, Domcantor u. mehreren Domherren; mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Köln [1] — Köln, sonst Erzstift des Deutschen Reiches, im Kurrheinischen Kreise, schmaler, langer, nicht zusammenhängender Landstrich, fast ganz auf dem linken Ufer des Rheins, etwa 50 QM. u. 100,000 Ew.; zerfiel in Ober u. Unterstift. Der Kurfürst besaß… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Magdeburg [1] — Magdeburg, deutsches Erzbisthum, welches außer seiner eigenen (früher zu Halberstadt gehörigen) Diöces, noch die Bisthümer Meißen, Merseburg, Naumburg (Zeitz), Havelberg, Brandenburg u. eine Zeit lang Posen umfaßte u. dessen Prälat die Würde… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Münster [2] — Münster, sonst größtes Hochstift des Westfälischen Kreises, grenzte an Ostfriesland, Oldenburg, Diepholz, Osnabrück, Lingen, Tecklenburg, Ravensberg, Rheda, Westfalen, Mark, Reklinghausen, Kleve, Bentheim u. die Niederlande, umfaßte 180 QM. mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Osnabrück [2] — Osnabrück, 1) bis 1803 Hochstift, lag im Niederrheinisch Westfälischen Kreise, war dem Erzstift Köln untergeben u. begriff 36 QM. mit 120,000 Ew. (zu Ende des 18. Jahrh.); zur geistlichen Jurisdiction des Bisthums gehörte außer O. die… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Concordāt — (v. lat.), 1) Vertrag zwischen dem Papste, als Oberhaupt der Katholischen Kirche, u. der Regierung eines Staates, zur Feststellung der katholisch kirchlichen Verhältnisse desselben. C e im eigentlichen Sinne schließt der Papst blos mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Eschede — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich Brück — Heinrich Brück, Mainz Wap …   Deutsch Wikipedia

  • Naumburg [1] — Naumburg (N. Zeitz), sonst königlich sächsisches Hochstift, kein zusammenhängendes Ganzes bildend, an den Thüringischen u. Leipziger Kreis, Altenburg, Reuß u. Meiningen grenzend; 12 QM., 40,000 Ew. Die Stiftsregierung, das Consistorium u. das… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Paderborn [1] — Paderborn, vormaliges Hochstift im Westfälischen Kreise, 42 QM., 100,000 katholische Ew.; von Rittberg, Lippe, Korvey, der Weser, Kurhessen, Waldeck u. dem Herzogthum Westfalen begrenzt; Wappen: ein goldenes Kreuz in rothem Felde; Einkünste:… …   Pierer's Universal-Lexikon

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