Schleimhäute

Schleimhäute

Schleimhäute (membranae mucosae), von ihrem Absonderungsstoffe so benannt, heißen die weichen, sammetartigen, gefäß- u. nervenreichen Häute im menschlichen u. thierischen Körper, welche alle von der Oberfläche des Körpers ins Innere dringenden Höhlen und Kanäle auskleiden, wie den ganzen Speisekanal von der Mundspalte bis zum After, die Luftwege von den Nasenlöchern durch die Luftröhre bis in die feinsten Bronchienverzweigungen der Lungen, die Harn- und Geschlechtswerkzeuge, die Milchkanäle, das Innere des Ohres, den Thränensack u. Thränengang u. als Ueberzug die vordere Fläche des Augapfels und die innere der Augenlider. Ihrem Gefüge nach bestehen die S., ähnlich der äußern Haut, als deren Fortsetzung nach innen sie betrachtet werden können, aus durcheinander gewirkten Fasern mit vielen eingestreuten Schleimbälgen, von zahlreichen Capillargefäßen und Nerven durchzogen. An ihrer äußern Fläche sind sie durch eine Zellgewebschichte an die umliegenden Theile befestigt, ihre innere Fläche ist frei und mit einem Oberhäutchen (Epithelium) überzogen, welches sich, wie die Epidermis der äußern Haut, beständig abschilfert u. mit dem Schleimsafte der Schleimbälge vermischt den Schleim bildet. Die Verrichtung der S. ist theils im allgemeinen Absonderung dieses Schleims u. Schutz des Körpers gegen äußere Einwirkungen, theils sind sie der Sitz ganz besonderer specifischer Funktionen, so im Magen, Darmkanal u. in den Lungen, wo sie die Absonderung des Magensaftes, die Ueberführung des Chylus ins Blut u. das Athmen vermitteln. – Erkrankungen der S. sind sehr häufig, besonders Entzündung derselben (bekannt als Katarrhe), Blutungen, Geschwüre, Verdickung und Entartungen.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Schleimhäute — (Membranae mucosae), bei den Wirbeltieren samtartige, sehr gefäß und nervenreiche, schleimabsondernde Häute, welche die nach außen sich öffnenden Höhlen und Kanäle des Körpers (Luftwege, Darmkanal, Geschlechtsgänge etc.) auskleiden. An den äußern …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schleimhäute — Querschnitt durch die Schleimhaut der Speiseröhre: f: Lamina propria mucosae g: Lamina epithelialis mucosae Schleimhaut, Tunica mucosa oder kurz Mukosa (von lateinisch: mucus „Schleim“) bezeichnet die Schutzschicht, die das Innere von Hohlorganen …   Deutsch Wikipedia

  • Amphetamin — Strukturformel (R) Amphetamin (links) und (S) Amphetamin (rechts) Stereoisomere …   Deutsch Wikipedia

  • Hautflechte — Als Mykose bezeichnet man eine Infektionskrankheit durch Pilze als Parasiten im lebenden Gewebe. Die Erreger können Myzelpilze und Hefen sein. Wegen einheitlicher Therapien wird in der Medizin häufig grob zwischen Dermatophyten (Fadenpilzen),… …   Deutsch Wikipedia

  • Pilzerkrankung — Als Mykose bezeichnet man eine Infektionskrankheit durch Pilze als Parasiten im lebenden Gewebe. Die Erreger können Myzelpilze und Hefen sein. Wegen einheitlicher Therapien wird in der Medizin häufig grob zwischen Dermatophyten (Fadenpilzen),… …   Deutsch Wikipedia

  • Pilzinfektion — Als Mykose bezeichnet man eine Infektionskrankheit durch Pilze als Parasiten im lebenden Gewebe. Die Erreger können Myzelpilze und Hefen sein. Wegen einheitlicher Therapien wird in der Medizin häufig grob zwischen Dermatophyten (Fadenpilzen),… …   Deutsch Wikipedia

  • Systemmykose — Als Mykose bezeichnet man eine Infektionskrankheit durch Pilze als Parasiten im lebenden Gewebe. Die Erreger können Myzelpilze und Hefen sein. Wegen einheitlicher Therapien wird in der Medizin häufig grob zwischen Dermatophyten (Fadenpilzen),… …   Deutsch Wikipedia

  • Amfetamin — Strukturformel Allgemeines Freiname Amphetamin Andere Namen …   Deutsch Wikipedia

  • Amphe — Strukturformel Allgemeines Freiname Amphetamin Andere Namen …   Deutsch Wikipedia

  • Amphetaminsucht — Strukturformel Allgemeines Freiname Amphetamin Andere Namen …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”