Spinnen [1]

Spinnen [1]

Spinnen, nennt man die Verarbeitung eines faserigen Stoffes zu einem gedrehten Faden. Die ursprüngliche u. älteste Art zu s. ist das S. mit der Hand am Rocken mittelst der Spindel, noch jetzt in vielen Ländern in Gebrauch. Um 1530 wurde von Jürgens in Nürnberg das Spinnrad erfunden, dessen mechanische Einrichtung sich im Wesentlichen bis jetzt gleich blieb. Der großartige fabrikmäßige Betrieb des S.s mittelst eigener Spinnmaschinen stammt aus der 2. Hälfte des vorigen Jahrh. u. ist eine Erfindung der Engländer. Die erste Erfindung ist von Rich. Hargreaves in Nottingham 1767. Seine Maschine, spinning Jenny, hatte zuerst blos 8, später aber bedeutend mehr Spindeln, war indeß noch sehr unvollkommen u. mußte durch Menschenhand betrieben werden. Drei Jahre später brachte Rich. Arkwright eine Maschine mit Wasserkraft zur Ausführung (Wassermaschine), die schon einen hohen Grad von Vollkommenheit besaß und eine große Menge sehr seiner sowie gleicher Fäden auf einmal s. konnte, bei welcher Menschenhand nur zur Anlegung des Spinnstoffes nöthig war. Seine Maschine ist der Hauptsache nach die gleiche geblieben u. noch jetzt allgemein in Anwendung. Die von Crompton erfundene Mule Jenny zeichnet sich durch die Feinheit ihres Gespinnstes aus. Zuerst wurde auf diesen Maschinen blos Baumwolle gesponnen, erst später gelang auch das S. von Wolle u. Flachs. Dem S. auf der eigentlichen Spinnmaschine gehen indeß mehre Operationen zur Vorbereitung des Materials voraus, wozu besondere Hilfsmaschinen dienen, welche bei den verschiedenen Spinnstoffen verschieden sind.


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  • spinnen — Vst. std. (8. Jh.), mhd. spinnen, ahd. spinnan, mndd. spinnen, mndl. spinnen Stammwort. Aus g. * spenna Vst. spinnen , auch in gt. spinnan, anord. spinna, ae. spinnan, afr. spinna. Das Wort ist offenbar von der Bedeutung spannen ausgegangen und… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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  • Spinnen [2] — Spinnen (hierzu Tafel »Spinnereimaschinen I u. II« mit Text), aus kurzen Fasern durch Zusammendrehen beliebig lange Fäden (Gespinst, Garn, s. d.) erzeugen. Fig. 1. Handspinnen nach ältester Methode. Damit das Garn die größte Gleichmäßigkeit und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • spinnen — V. (Mittelstufe) durch Drehen aus Fasern einen Faden, Garn o. Ä. herstellen Beispiel: Meine Oma hat noch mit der Hand gesponnen. Kollokation: Wolle spinnen spinnen V. (Aufbaustufe) ugs.: nicht recht bei Verstand sein, verrückt sein Beispiele: Du… …   Extremes Deutsch

  • Spinnen [1] — Spinnen (Araueoïdes, Aranina, Araneïdes), Ordnung aus der Klasse der Spinnenthiere, s.d. Sie haben eine weiche, nicht in Ringe abgetheilte Haut, einen mit der Brust verwachsenen Kopf u. einen mittelst eines Stieles an der Brust hängenden… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Spinnen [2] — Spinnen, 1) einen Faserstoff, bes. Flachs, Hanf, Seide, Baum u. Schafwolle zu einem Faden zusammendrehen. Da alle einigermaßen cultivirte Völker Kleider von gewebten Stoffen tragen, so ist S. ein sehrweit verbreiteter u. bes. in neuester Zeit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Spinnen [1] — Spinnen, s. Spinnentiere …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Spinnen — (Araneīna), wichtigste Ordnung der Spinnentiere (s.d.); Kopfbrust und Hinterleib ungegliedert, letzterer gestielt und mit Spinnwarzen versehen. Kieferfühler klauenförmig und mit Giftdrüse, Kiefertaster beinförmig, beim Männchen mit verdicktem,… …   Kleines Konversations-Lexikon

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