Siam

Siam

Siam, von den Siamesen Thai genannt, Reich in Hinterindien, zwischen China, Birma, Britischindien, den Malayenstaaten Perak und Tringano, dem Meerbusen von S., Anam, besteht aus S. u. Cambodscha (1822 größtentheils verloren) und aus tributpflichtigen Fürstenthümern der Malayen u. Laos, wird zu 14000 QM. berechnet. Im Norden ist S. Hochland; 3 Gebirgsarme ziehen sich südl. bis an das Meer, zwischen denen sich die Thäler der mächtigen Flüsse Thalayn od. Salwen, Menam u. Cambodscha ausbreiten. Klima und Produkte sind die des tropischen Indien. Die E. sind etwa 5 Mill. S.esen, die sich Thai d.h. Freie nennen, mongolischer Abkunft, doch mit Hindu gemischt, 1 Mill. Chinesen, ferner Malayen, Laos, wenige Abkömmlinge portug. Kolonisten. Die herrschende Religion ist die buddhistische; die zahlreichen Priester heißen Talapoinen; die Christen, theils portug. Abkömmlinge, theils bekehrte Eingeborne, haben einen apostolischen Vikar. Die Regierungsform ist unbeschränkter Despotismus; der König, Kong tuang d.h. mächtiger Alleinherr genannt, wird als Halbgott verehrt. Hauptst. ist Bankok (s. d.). Die Talapoinen führen die Geschichte S.s bis in das 15. Jahrh. v. Chr. hinauf; im 7. Jahrh. n. Chr. wurde der Buddhismus eingeführt und herrschend, was aber die in Asien gewöhnlichen Thronrevolutionen nicht verminderte. Im 16. Jahrh. erhielten die Portugiesen einige Niederlassungen eingeräumt und die Erlaubniß das Christenthum zu verkündigen, sie wurden aber durch die arglistigen Holländer im 17. Jahrh. verdrängt, die sich auch gegen die Bemühungen Ludwigs XIV., der mit dem Hofe von S. eine Gesandtschaft wechselte, behaupteten. 1757 wurde S. von den Birmanen erobert, machte sich jedoch 1781 wieder frei; 1788 wurde Cambodscha Schutzstaat, 1822 aber theilweise an Cochinchina abgetreten. Chromchiat, ein Usurpator, eroberte 1829 Laos, 1831 den Malayenstaat Queda auf der Halbinsel Malacca, benahm sich gegen die Europäer feindselig, st. 1851. Der gegenwärtige König, ein Abkömmling der früheren Dynastie, scheint ein humaner und kluger Regent zu sein; er schloß 1855 mit England einen Handelsvertrag ab. (»Description du royaume de Thai ou Siam« par Pallegoix. 2 vol., Par. 1855.)


http://www.zeno.org/Herder-1854.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • siam — siam …   Dictionnaire des rimes

  • SIAM — Pour les articles homonymes, voir Siam (homonymie). Royaume de Siam สยาม th …   Wikipédia en Français

  • siam — (golfe du). V. Thaïlande (golfe de). Thaïlande (golfe de) ou Siam (golfe du) golfe de l Asie du Sud Est dans la mer de Chine méridionale, bordant la Malaisie, la Thaïlande et la péninsule indochinoise. Siam V. Thaïlande. ⇒SIAM, subst. masc. Jeu… …   Encyclopédie Universelle

  • Siam —    Siam, contemporary Thailand, was the only country of the Far East, besides Japan and China, never to experience colonial rule. In the early nineteenth century, Siam’s leaders concentrated on rivalry with neighboring Burma until realizing that… …   Encyclopedia of the Age of Imperialism, 1800–1914

  • siam — 1. (si am ) s. m. 1°   Nom d un jeu de quille qui se joue avec une roulette dont une face est plus petite que l autre, de sorte qu elle ne roule pas en ligne droite, mais décrit une courbe sur le sol. 2°   Siam blanc, espèce de turbinelle,… …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • Siam [1] — Siam, 1) Königreich in Hinterindien, von den Siamesen selbst Thai genannt, grenzt im Norden an die chinesische Provinz Yünnan, im Osten an das Reich Anam, im Süden an das Chinesische Meer u. den Golf von Siam, im Westen an Birma u. die britischen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Siam — Siam, Königreich in Hinterindien, an Französisch Indochina und Britisch Ostindien (Birma) und südlich an die Halbinsel Malakka grenzend, 634.000 km2, 6,320.000 Einwohner. Der Bau von Eisenbahnen geht zurück bis zum Jahre 1893, in welchem Jahre… …   Enzyklopädie des Eisenbahnwesens

  • Siam [2] — Siam (Gesch.). Die Geschichte von S. soll nach den mythischen Annalen des Reiches bis 1440 v. Chr. hinaufsteigen, gewiß ist, daß 638 n.Chr. der Buddhaismus eingeführt wurde, der damalige König wird Krek (Sammonacadan) genannt u. von ihm ab sollen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Siam — (wahrscheinlich = Schan, ferner Sayam Thai, Muong Thai, »Land der Freien«), Reich in Hinterindien (s. Karten »Französisch Indochina« und »Hinterindien«), zwischen 4 und 203/4° nördl. Br. und 971/2 106° östl. L., begrenzt durch das britische… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Siam — • Siam, the land of the White Elephant or the country of the Muang Thai (the Free) Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006 …   Catholic encyclopedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”