Eingeweidewürmer

Eingeweidewürmer

Eingeweidewürmer, oder Entozoen, die zur Klasse der Würmer gehörenden und eine eigene Ordnung derselben bildenden wurmartigen Thiere, welche als Schmarotzer in anderen Thierkörpern leben. Sie haben eine weiche, meist farblose Haut und ganz einfachen Bau, ohne Sinnwerkzeuge, ohne Gefäßsystem und Athmungsorgane, mit einer oder mehreren Saugemündungen am vordern Ende des Körpers, sind indeß in Gestalt und Organisation sehr verschieden von einander. Ihre Zahl ist groß, fast jede Thiergattung hat ihre eigenen Arten, nur wenige hat der Mensch mit einigen Säugethieren gemein. Ueber ihre Entstehung sind noch nicht alle Räthsel gelöst; doch haben die neueren Forschungen gänzlich neue u. sehr überraschende Resultate geliefert. Ein Hauptergebniß derselben ist, daß sich alle E. aus Eiern entwickeln gleich den anderen Thiergattungen. Die frühere Ansicht einer generatio aequivoca oder einer Urzeugung aus Schleim hat keine Geltung mehr, und eine ihrer letzten Stützen, nämlich das sonst Unerklärliche des Vorkommens dieser Thiere sowohl im Parenchym der Organe als in geschlossenen Höhlen, ist gefallen, seitdem man beobachtet hat u. weiß, daß wirkliche Wanderungen der E. stattfinden, nicht bloß von einem Thierkörper in den andern, sondern auch in demselben Thierkörper durch die verschiedenen Gewebe, indem sie Haut und Gefäße mit ihren Waffen durchbohren, so ins Blut und ins Innere des Körpers gelangen und auch in geschlossenen Höhlen ihre Eier absetzen. Ueber die merkwürdigen Resultate der Untersuchungen von Steenstrup, den Generationswechsel der E., siehe die Artikel Amme und Bandwurm.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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  • Eingeweidewürmer — (Entozoa, Enthelmintha), Thiere, welche in anderen Thieren (nicht immer in ihren Eingeweiden) leben u. von deren Nahrungssäften zehren. Sie zeichnen sich durch weichen, nackten, langen, dünnen, walzigen od. flachen, od. fadenförmigen Leib aus,… …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Eingeweidewürmer — Eingeweidewürmer, Helminthen, im Innern lebender Tierkörper schmarotzende Würmer, bei dem Menschen alle Bandwürmer, viele Saug und Rundwürmer. – Vgl. Leuckart (2. Aufl. 1879 92), Looß (1892), Claus (1894) …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Eingeweidewürmer — ↑Enthelminthen, ↑Helminthen …   Das große Fremdwörterbuch

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  • Karl Asmund Rudolphi — (* 14. Juni 1771 in Stockholm; † 29. November 1832 in Berlin) war ein deutscher Naturforscher, Botaniker und Zoologe schwedischer Abstammung. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „ …   Deutsch Wikipedia

  • Karl Rudolphi — Karl Asmund Rudolphi Karl Asmund Rudolphi (* 14. Juni 1771 in Stockholm; † 29. November 1832 in Berlin) war ein deutscher Naturforscher, Botaniker und Zoologe schwedischer Abstammung. Sein offizielles botanische …   Deutsch Wikipedia

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  • Мирам, Эдуард Эрнестович — русский зоолог и физиолог; род. в 1811 г.; воспитывался в митавской гимназии, в 1829 г. поступил в петербургскую медико хирургическую академию, оттуда перешел на медицинский факультет дерптского (ныне юрьевского) университета; в 1833 г. поступил… …   Большая биографическая энциклопедия

  • Мирам — I (Эдуард Эрнестович) русский зоолог и физиолог; род. в 1811 г.; воспитывался в митавской гимназии, в 1829 г. поступил в петербургскую медико хирургическую академию, оттуда перешел на медицинский факультет дерптского (ныне юрьевского)… …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона

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